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Kurzergebnisse der Online-Familienkonferenz

Im Rahmen ihrer dialogorientierten Familienpolitik mit verschiedenen Beteiligungsbausteinen lud die Stadt Hannover ihre BürgerInnen ein, vom 6. November bis 3. Dezember 2013 ihre Ideen auf der Internetplattform www.familienleben-hannover.de einzubringen und gemeinsam Anregungen für zukünftige familienpolitische Schwerpunkte zu entwickeln. Sowohl die Ergebnisse dieser Online-Familienkonferenz und der sechs von der Stadt Hannover veranstalteten Familienkonferenzen in verschiedenen Stadtteilen als auch der Repräsentativbefragung Familie 2013 sollen Politik und Verwaltung der Stadt Hannover Impulse geben, inwiefern die Familienfreundlichkeit in Zukunft verbessert werden kann.

Wer nahm teil?

Während der vierwöchigen Laufzeit wurde die Plattform von 2.347 Personen aufgesucht, die 17.660 Seitenaufrufe tätigten. Von mehr als hundert aktiven Teilnehmenden wurden 320 Beiträge und Kommentare zu familienpolitischen Themen verfasst. Infolge der umfassenden Werbeaktivitäten konnte das generelle Interesse an der Onlinediskussion über die ganzen vier Wochen hinweg aufrechterhalten werden.

Wie die Auswertung der Daten zeigt, scheinen sich heute noch immer eher Frauen von einem familienpolitischen Thema angesprochen zu fühlen, denn sie waren deutlich in der Mehrheit. Zudem hat sich primär ein bildungsnahes, deutschsprachiges Publikum beteiligt, wie es bei Beteiligungsformaten dieser Art oft vorkommt. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um gut vernetzte und mit dem Medium Internet vertraute Bevölkerungsgruppen handelt, da auch in Bezug auf die Bedienung der Plattform kaum Schwierigkeiten auftraten. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Zielgruppe der Eltern. Da die Möglichkeit zur Beteiligung bis zum letzten Tag wahrgenommen wurde, liegt die Vermutung nah, dass sich ein solch langfristiger und zeit- und ortsunabhängiger Onlinebeteiligungsprozess gerade für Familien gut in ihren eng getakteten Alltag integrieren lässt.

Was und wie wurde diskutiert?

Die Onlinediskussion zu den verschiedenen Schwerpunkten verlief sehr konstruktiv und so wurden insgesamt 320 Beiträge und Kommentare zu familienpolitischen Themen verfasst. Obwohl im Rahmen des Beteiligungsprozesses auch eine Reihe kritischer Punkte erörtert wurde, zeigen die meisten Beiträge einen starken Gemeinsinn und ein ausgeprägtes Engagement der BürgerInnen für ein familienfreundliches Umfeld. Die vielfältigen Anregungen wurden in fünf Wikis thematisch gebündelt und konnten noch während der Laufzeit von den Teilnehmenden überprüft und ergänzt werden.

Die Beteiligten diskutierten außer den drei Kategorien „Zeit – eine knappe Ressource“, „Einkommen und Versorgung“ sowie „Stark und engagiert“ alle Handlungsschwerpunkte. Fast ein Drittel aller Beiträge bezog sich dabei auf das Handlungsfeld „Lebensräume für Familien“, worunter sehr differierende Aspekte behandelt wurden. So erörterten die Beteiligten in diesem Zusammenhang einerseits die Gestaltung des öffentlichen Raumes – in Form von kindgerechten Fahrradwegen, fußgängerInnen- und radfahrfreundlichen Straßenkreuzungen/Ampelanlagen und eines gut zugänglichen öffentlichen Personennahverkehrs sowie gepflegter Grünanlagen und Spielplätze.

Andererseits verknüpften einige Personen mit „familiären Lebensräumen“ auch die Ausstattung und Qualität der Schulen, die bedarfsgerechte Anzahl und Ausprägung von Betreuungsangeboten sowie das gemeinsame Wohnen und Leben verschiedener Generationen in neuen Wohnformen. Unter „Bildung von Anfang an“ hingegen wurden ausschließlich Anregungen rund um die Kernaspekte des Ausbaus qualitativ hochwertiger Betreuungs- und Schulangebote sowie Schwimmunterricht, Bibliotheken als auch Hilfsangebote im Notfall eingebracht. Im Themenfeld „Alt und Jung gemeinsam“ indes behandelten die TeilnehmerInnen sowohl die Verbesserung des zwischenmenschlichen Umgangs – insbesondere in Hinsicht auf „Kinderlärm“ – und generationenübergreifende Nachbarschaftshilfen, als auch die Reduzierung von „Stolperfallen“ und Behinderungen für SeniorInnen.

Einige der Hauptforderungen:

- Einführung eines zentralen Anmeldeverfahrens für Betreuungsplätze, für das die Stadt Hannover derzeit die Voraussetzungen prüft,

- Ausbau der Betreuungsplatzzahl und Verbesserung der Angebote,

- neue und weniger konkurrenzbetonte Unterrichtsformen und eine bessere Ausstattung der Schulen,

- eine umfassende Kampagne zur Sensibilisierung aller VerkehrsteilnehmerInnen für einen rücksichtsvolleren Umgang miteinander,

- Ausbau kinder- und familienfreundlicher Radwege sowie sicherheitsfördernde Maßnahmen im Straßenverkehr

- Unterstützung von Nachbarschaftshilfen wie „Tauschringe“ und mehr gegenseitiges Verständnis

- Verbesserung von Grünflächen und Spielplätzen – sowohl in Hinsicht auf Sauberkeit, als auch zur Steigerung der Attraktivität für Jugendliche und SeniorInnen.

Regionale Bezüge in der Diskussion

Dass in diesem Kontext insbesondere die Problematiken rund um den Vahrenwalder Park eine so große Rolle gespielt haben, könnte aus der wenige Tage vor dem Diskussionsstart in Vahrenwald durchgeführten Familienkonferenz resultieren, auf der bereits die aktuellen Schwierigkeiten rund um den Park verdeutlicht wurden und die Internetplattform anschließend als weiteres Forum genutzt wurde, um den Handlungsbedarf zu betonen. Dieser kooperative Ansatz wurde hier erneut aufgenommen und führte in eine gemeinsame Arbeitsgruppe von AnwohnerInnen und Stadtbezirksmanagement, die auch nach der Online-Familienkonferenz weiter an den eingebrachten Ideen und ihrer Umsetzung arbeitet.

Besonders oft und eindringlich wurde an vielen Stellen des Forums für einen Ausbau der Kita- und Hortplätze plädiert. Dass List und Südstadt die einwohnerstärksten Stadtteile Hannovers sind und die größten absoluten Zahlen an Familienhaushalten aufweisen, spiegelt sich auch in den eingebrachten Beiträgen. So wurden in Bezug zu den Stadtbezirken Vahrenwald-List, Südstadt-Bult sowie Döhren-Wülfel der Ausbau von Betreuungsplätzen im Kita- und Hortbereich besonders stark angemahnt, aber auch die Verbesserung von Schulunterricht und –ausstattung, eine kindgerechte und sichere Verkehrsgestaltung sowie die Pflege von Grünanlagen oder Spielplätzen befürwortet. In Bezug auf andere Stadtbezirke wie Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Mitte und Nord diskutierten die Beteiligten hingegen hauptsächlich Erleichterungen in der Verkehrsgestaltung wie die Lärmreduzierung entlang der Güterbahnlinie, Reduzierung von LKW-Zulieferungen durch Wohngebiete, Sichtbehinderungen an Kreuzungen, Bodenbeläge und Parkplatzsituationen. Insgesamt lässt sich hier ein stärkerer Fokus auf ältere MitbürgerInnen und der Optimierung ihrer Mobilität erkennen.

Zwei Livediskussionen mit ExpertInnen

Die zwei zusätzlichen Livediskussionen mit KinderärztInnen und einem Polizeihauptkommissar wurden auffällig stark honoriert und sehr engagiert genutzt. So verfassten die Teilnehmenden in den jeweils ca. ein- bis eineinhalb stündigen Diskussionen ein Viertel aller Beiträge, was den Stellenwert dieser direkten Austauschmöglichkeit mit ExpertInnen verdeutlicht. Sehr interessiert erörterten die NutzerInnen insbesondere mit den ÄrztInnen ihre Fragen und Ansätze zu den Bedürfnissen und zur gesundheitlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Aber auch die Hinweise zur Verkehrssicherheit und zum Verkehrsunterricht sowie der gegenseitige Umgang in der Stadt Hannover wurden ausgiebig erörtert.

Qualität der Diskussion

Insgesamt heben die vielschichtigen Beiträge in der Online-Familienkonferenz „Wie will ich leben in Hannover?“ die starke Verbundenheit der BürgerInnen mit ihrer Heimatstadt und ihre sehr pragmatischen Sichtweisen hervor. Die TeilnehmerInnen brachten in einer freundlich-konstruktiven Gesprächsatmosphäre wertvolle Hinweise zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit auf gesamtstädtischer oder Quartiersebene ein und nutzten gemeinsam mit beteiligten städtischen VertreterInnen auch die Gelegenheit, bereits während der Onlinediskussion kleinere Probleme und Fragen kooperativ zu lösen oder eine weiterführende Zusammenarbeit nach dem Diskurs zu verabreden. Die eingeforderten Themen betrafen hingegen nicht ausschließlich die Zuständigkeitsbereiche der Stadt Hannover, sondern auch die anderer Ebenen oder Institutionen, wie zum Beispiel die ÜSTRA, die Deutsche Bahn oder die Landes- und Bundesebene.

Abgesehen von der ausdrücklichen Bitte nach dem Ausbau und der qualitativen Verbesserung von Hort- und Betreuungsplätzen drehte sich die Diskussion oftmals darum, inwiefern eine bereits ganz gute Ausgangslage noch optimiert werden könnte. Dies kann somit auch als eine Bestätigung der von der Stadt Hannover und ihrem Familienmanagement eingeschlagenen Richtung in der Familienpolitik aufgefasst werden. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus der Onlinediskussion „Wie will ich leben in Hannover?“ sowie aller anderen Bausteine der dialogorientierten Familienpolitik werden nun in einen Gesamtbericht einfließen, der in der zukünftigen Angebotssteuerung und -planung der Stadt Hannover Berücksichtigung findet.

FORENLISTE (Beiträge)
Hauptforum Neue Beiträge/Antworten: 0 Alle Beiträge/Antworten: 228 Livediskussion Gesundheit Neue Beiträge/Antworten: 0 Alle Beiträge/Antworten: 56 Livediskussion Verkehr Neue Beiträge/Antworten: 0 Alle Beiträge/Antworten: 34

Thema:


Lebensräume für Familien: 97
Sonstiges: 72
Bildung von Anfang an: 56
Hauptsache gesund!: 53
Alt und Jung gemeinsam: 26
Wissen und Kommunikation: 13
Stark und engagiert: 1

Region:


Hannover insgesamt: 220
Vahrenwald-List: 49
Döhren-Wülfel: 10
Südstadt-Bult: 10
Linden-Limmer: 8
Ahlem-Badenstedt-Davenstedt: 6
Nord: 5
Herrenhausen-Stöcken: 5
Kirchrode-Bemerode-Wülferode: 2
Misburg-Anderten: 2
Mitte: 1
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